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Programm
Das Parteiprogramm der Freien Union
Aufbruch 2009 für Deutschland
I. Das finden wir vor:
1. Die Bundesrepublik Deutschland befindet sich in der tiefsten Krise der Nachkriegsgeschichte.
2. Wir Bürger fühlen uns häufig und in großer Zahl von unserem politischen System nicht mehr optimal
vertreten. Die Wahlbeteiligung auf Landes-, Bundes- und Europaebene sinkt kontinuierlich.
3. Die Verschuldung unseres Landes war noch nie so dramatisch hoch. Die Staatsverschuldung
steigt nach derzeitigem Stand von 1,556 Billionen Euro Ende 2008 auf 1,638 Billionen Euro Ende
2010. Die Neuverschuldung von Bund, Ländern und Kommunen treibt diesen Betrag damit auf ein
neues Rekordhoch von fast 20.000 Euro je Bürger.
4. Unser Staat erhält soviel Steuereinnahmen wie kein anderes Land weltweit. Zudem ist eine
Abgabenlast von bis zu 52% für Alleinstehende international einzigartig.
5. Politikern standen in der Vergangenheit genügend Mittel aus Steuereinnahmen und
Kreditaufnahmen zur Verfügung, um damit einen Staat zu schaffen, der dem Menschen dient.
Dennoch stehen wir heute in vielen Bereichen vor einem traurigen Ergebnis:
-
a) Die Arbeitslosigkeit hat einen Höchststand erreicht und kann nur durch geschönte
Statistiken kaschiert werden, weil Arbeitslose in Fort- und Weiterbildungsprogrammen
„untergebracht“ werden.
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b) Die Zahl der Hartz IV-Empfänger steigt kontinuierlich – 13% der Bundesbürger, darunter
viele Kinder, gelten heute als arm.
-
c) Die Rentensituation ist dramatisch. Ältere Menschen werden sich auf immer weniger
Beitragszahler stützen. Jeder Beitragszahler wird 2040 während seines Erwerbslebens 80%
einer Rente zu finanzieren haben.
-
d) Alte Menschen werden in vielen Pflegeheimen nur noch notdürftig versorgt. Menschliche
Zuwendung ist auf Grund der Pflege im Akkord kaum noch möglich.
-
e) Jugendliche unterliegen einem enormen Leistungsdruck an unseren Schulen. Kinder
werden zwar ab dem frühen Alter auf den Arbeitsmarkt vorbereitet, nicht jedoch auf das
Leben. Die psychischen Erkrankungen nehmen gerade bei Kindern immer mehr zu.
-
f) Das Gesundheitssystem und optimale Leistungen für alle Bürger sind kaum noch
finanzierbar; Ärzte müssen immer öfter ihre Leistungen mehr nach finanziellen anstatt nach
fachlichen Erwägungen treffen.
-
g) Die Einkommensschere geht immer weiter auseinander: Während das Einkommen einiger
Großverdiener in den letzten Jahren weiter stieg, mussten die unteren Einkommensschichten
Verluste hinnehmen.
-
h) Politiker schenken uns Geld, das ihnen nicht gehört. Die zahlreichen populistischen
Versprechungen vor den Wahlen dienen vor allem der Sicherung eigener Positionen und
stellen keine Lösungswege in Aussicht.
6. Wir sind uns bewusst, dass alles, was wir vorfinden, durch uns entstanden ist. Genau so, wie sich
viele von uns von der Politik zurückgezogen haben, genau so können wir uns aber auch wieder
beteiligen und unsere Macht zurückgewinnen.
II. Der Hintergrund
1. Alles ist Ergebnis eines geistigen Prozesses: Wenn wir Zufriedenheit wollen, dann müssen wir auch
Frieden mit uns selbst schließen. Frieden in uns selbst bedeutet, dass wir uns nicht von außen leiten
lassen.
2. Viele Menschen dienen allem anderen, nur nicht sich selbst – sie suchen nach Liebe, weil sie sich
selbst nicht lieben. Sie suchen nach Anerkennung durch andere, weil sie ihre eigene Stärke nicht
erkennen. Sie suchen nach Werten im Außen, weil sie ihren eigenen Wert nicht sehen. Doch Handeln,
das nicht aus Zufriedenheit, sondern aus Bedürftigkeit heraus erfolgt, leitet uns fehl.
3. Gute Politik ermutigt und unterstützt uns auf diesem Weg zu uns selbst. Sie bringt uns nicht davon
ab. Sie blockiert uns nicht durch starre Vorgaben, Bewertungen und Sanktionen.
4. Die politische Situation in unserem Land ist Ausdruck der inneren Zerrissenheit unserer
Gesellschaft, weil wir sich widersprechenden Zielen nachgehen:
-
Ein eindrückliches Beispiel hierfür ist unser Wirtschaftssystem, das vielen zwar Wohlstand gebracht
hat, jedoch auf Motiven wie Konkurrenz, Neid, Geiz, Kampf und Missgunst aufbaut.
-
Denn, was wir unseren Kindern vermitteln und selbst leben wollen, ist doch genau das Gegenteil:
Achtung voreinander, Hilfe für Schwächere, Rücksicht und Zuwendung.
-
Wir folgen damit zwei sich widersprechenden Denkmustern. Der aktuellen Wirtschaftskrise ging eine
gedankliche Krise voraus, die das Materielle über wahre Zufriedenheit und Glück gestellt hat.
5. Unsere Lebenswelt soll wieder im Einklang mit unseren Werten stehen. Dazu wollen wir als Freie
Union beitragen.
III. Was wir wollen
1. Wir möchten als Bürgerbewegung dieses Landes eine Neuorientierung einleiten: Die Zeit für eine
Umkehr ist gekommen!
2. Ziel eines Staates ist nicht die perfekte Organisation und Verwaltung – sondern, dass Bürger sich in
ihm und mit ihm wohlfühlen und identifizieren.
3. Deshalb wollen wir alle Strukturen in unserem Gemeinwesen kritisch hinterfragen, ob sie noch im
Einklang mit den Wünschen der Menschen stehen.
4. Wir möchten politische Entscheidungen, die nicht gesteuert und beeinflusst sind von Machtdenken,
Ansehen, Status oder materieller Sicherheit der Entscheidungsträger.
5. Grundlage unseres politischen Handelns kann nur die Liebe zu Menschen, zu allen Lebewesen und
zu unserer natürlichen Umwelt sein! Liebe schließt aus, sich selbst oder andere zum Opfer zu
machen.
6. Wir möchten einfache demokratische Mitwirkungsformen, die es uns Bürgern ermöglicht, auch ohne
Organisation in Parteien, am politischen Geschehen gestaltend mitzuwirken.
7. Wir wollen gelebte Freiheit, die einzelne in ihrem Ausdruck von Menschsein nicht be- und verurteilt.
Unser Staat muss jedem Bürger die Chance der individuellen Entfaltung einräumen.
8. Wir wollen einander als Bürger wieder in die Verantwortlichkeit nehmen, denn unser gemeinsames
Potential und das Potential jedes einzelnen ist gerade in Zeiten einer schweren Wirtschaftskrise
besonders wichtig. Wir brauchen uns alle mit unseren Fähigkeiten und Kräften! Das beinhaltet auch
Toleranz, die Ideen und Fähigkeiten aller, die in Deutschland leben, als Bereicherung einer
demokratischen Kultur zu empfinden.
9. Wir wollen als Freie Union in unserem Staat dazu beitragen, dass wir wieder zufrieden leben.
IV. Die Neustrukturierung unseres Staates
1. Kinder, Familie, Bildung
-
a) Immer mehr Kinder leiden unter psychischen Problemen. Das ist auch ein Ausdruck von
Familien, die sich nicht in der Lage sehen, Liebe und Geborgenheit zu vermitteln. Es ist auch
nicht damit gedient, finanzielle Hilfen zu erhöhen, sondern den Eltern wieder die Freude an
ihren Kindern aufzuzeigen. Die Werte, die uns Kinder vorleben, sind wertvoll. Die Freude, die
sie zeigen, ist echt. Ihre Liebe kommt von Herzen. Solange wir jedoch glauben, dass wahres
Glück durch Status, materielle Orientierung und Karriere zu erreichen ist, treten diese in
Konkurrenz zur Familie und den darin gelebten Beziehungen.
-
b) Ein neues Denken, dass Wahrhaftigkeit und Liebe in den Vordergrund stellt, beginnt bei
unseren Kindern, die uns zeigen, was Leben nach der Freude bedeutet. Ihr Glück hängt nicht
von Geldbeträgen oder Luxusartikeln ab, die emotionale Zuwendung, Aufmerksamkeit und
Geborgenheit nicht ersetzen können.
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c) Alle Familien sollten in die Lage versetzt werden, für ihre Kinder gute Lebensverhältnisse
schaffen zu können. Materielle Not sollte nicht die Zuwendung zu Kindern beeinträchtigen, das
gilt insbesondere für Alleinerziehende.
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d) Als Familie gilt jede Form des Zusammenlebens von Menschen, in der Kinder
heranwachsen. Der Staat sollte nicht bestimmte Lebensweisen steuerlich begünstigen. Zu
fördern ist das Kind, nicht die Lebensform, in der es aufwächst. Das Ehegattensplitting ist
daher zu Gunsten einer stärkeren Förderung von Kindern abzuschaffen.
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e) Die Ehe ist Ausdruck der Liebe von zwei Menschen zueinander, sie dient jedoch nicht der
Versorgung. Gegenseitige Rechte und Pflichten, die Paare füreinander eingehen, sollten nicht
automatisch mit der Eheschließung verbunden, sondern können Gegenstand eigener Verträge
sein. Verschiedene Ehevertragsmodelle können sowohl das Bewusstsein für die Ehe als auch
die Verantwortung der Partner füreinander stärken.
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f) Unser Bildungssystem geht kaum auf die Tatsache ein, dass Kinder zu unterschiedlichen
Zeiten bestimmte Fähigkeiten entwickeln („Lernfenster“). Unsere mehrheitlich vorhandene
Klassenstruktur schafft jedoch für jedes Alter eine Norm. Dadurch vermitteln wir auch
Versagensangst und Minderwertigkeitsgefühl. Jeder Mensch hat seinen Platz im Leben. Jeder
Mensch hat seinen Wert.
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g) Kein Beruf verdient eine Bewertung nach Rang und Ansehen. Jeder, der seinem Beruf mit
Freude nachgeht, ist an der für ihn richtigen Stelle. Das sollten wir auch unseren Kindern
vermitteln, anstatt sie in Aufgaben hineinzuzwängen, die ihnen nicht entsprechen. Die
Klassenverbände sind aufzulösen und durch Kurssysteme zu ersetzen, die individuelle
Entwicklungsphasen unserer Kinder unterstützen.
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h) Das Bildungssystem ist bundesweit zu vereinheitlichen. Bisher fordern wir zwar hohe
Mobilität von Berufstätigen, erschweren diese aber gleichzeitig durch die Vielfalt an
unterschiedlichen Schulsystemen innerhalb der Bundesrepublik. Die Wahrung der Kulturhoheit
der Länder dient offenbar vor allem Landespolitikern zur Sicherung ihrer Positionen und
Zuständigkeiten. Sie dient jedoch nicht den Familien, die vor oft unlösbare Probleme gestellt
werden, wenn ein Wechsel von einem Bundesland zum anderen (z.B. aus beruflichen
Gründen) ansteht. Außerdem können durch ein zentrales Bildungswesen und durch die
Abschaffung der dazu gehörigen bundeslandbezogenen Verwaltungen immense Ressourcen
eingespart werden, die direkt in die Bildung investiert werden können.
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i) Wir brauchen keine verbeamteten Lehrer. Wer seinen Beruf mit Engagement und Freude
ausübt, wird jederzeit an unseren Schulen Beschäftigung durch Anstellungsverträge finden.
Wer dies nicht tut, sollte unsere Kinder nicht unterrichten.
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j) Die Vergabe von Studienplätzen sollte sich an den besonderen Fähigkeiten der
Studienplatzbewerber ausrichten. Studienbezogene Eingangstest an Universitäten sind
aussagekräftiger als Abiturnoten.
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k) Studiengebühren für alle Studenten lehnen wir ab. Die Universitäten und Hochschulen
sollten in erster Linie jungen Menschen offen stehen, die ihren Beruf darauf gründen. Ältere
Studiengänger und Langzeitstudierer sollten für die Belegung von Studienplätzen jedoch einen
finanziellen Beitrag leisten.
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l) Die hohe Abbrecherquote in manchen Studiengängen ist kein Beweis für das hohe
Wissensniveau des Studiengangs, sondern wohl eher dafür, dass sich Hochschulprofessoren
mehr der Lehre widmen und ihre pädagogischen Konzepte hinterfragen sollten.
2. Staatsaufbau, Demokratie
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a) Das Grundgesetz sollte im gesamten Bundesgebiet in Form einer Verfassung zur
Abstimmung gelangen. Dieses wertvolle und vorbildliche Regelungswerk sollte nach dem
Willen seiner Verfasser ein „Grundgesetz für die einheitliche Verwaltung des
Besatzungsgebietes der Westmächte“ sein und bis zur Schaffung einer gesamtdeutschen
Verfassung als Provisorium verstanden werden.
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands hätte dieser Auftrag, es allen Deutschen zur
Abstimmung vorzulegen, längst erfüllt werden müssen.
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b) Der Zuschnitt der Bundesländer ist neu zu überdenken, die landesbezogenen regionalen
Besonderheiten sollten jedoch gewahrt bleiben. Es könnten unter dem Aspekt des
Verwaltungsabbaus effizientere föderale Organisationsformen gefunden werden.
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c) Auch die Landesparlamente sollten reformiert werden. Die zunehmende Verlagerung von
Zuständigkeiten auf die europäische Ebene haben auch die Landtage von einigen Aufgaben
entlastet. Gleichzeitig sollten mehr Zuständigkeiten von der Landesebene auf die kommunale
Ebene verlagert werden, da wir Bürger vor Ort am besten über den wirtschaftlichen Einsatz
unserer Steuergelder entscheiden können.
Werden die Landesparlamente darüber hinaus noch effizienter in ihrer Arbeitsweise
strukturiert, sind die Kernaufgaben der Landtage auch ohne Vollzeitmandat zu erfüllen.
Landtagsabgeordnete könnten als „Teilzeitabgeordnete“ dann gleichzeitig ihren Berufen
nachgehen und wären mitten unter den Bürgern und mit deren Anliegen direkt vertraut.
Ein weiterer Vorteil dieser „Nebenmandate“ läge neben der Einsparung hoher Finanzmitteln
darin, dass nicht nur überwiegend Beamte politisch auftreten könnten und unsere Landtage
wieder mehr ein Spiegelbild der Berufsgruppen in der Bevölkerung wären.
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d) Die Ministerpräsidenten und der Bundeskanzler sollten durch eine Direktwahl aller
Wahlberechtigten bestimmt werden.
Vom Volk direkt gewählte Volksvertreter stehen weder in Abhängigkeit ihrer Parlamente noch
einer Fraktion. Sie sind in ihren Entscheidungen an den Wünschen der Bevölkerung und
ihrem Gewissen orientiert.
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e) Bedeutende politische Entscheidungen sollten von den Bürgern direkt durch
Volksabstimmungen getroffen werden können.
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f) Bürgern sollte auch außerhalb des Parteiensystems die Möglichkeit zur Kandidatur bei
Wahlen ermöglicht werden. Viele Parteipolitiker sind gegenüber außenstehenden Bewerbern
wenig offen, da sie die interne Konkurrenz fürchten. Wertvolle Ideen und Fähigkeiten gehen
dadurch unserem Land verloren. Die Freie Union will die Potentiale der Bürger wieder in die
Politik einbringen.
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g) Der Beamtenstatus sollte generell auf den Prüfstand. Nur wirklich hoheitliche Aufgaben
sollten von Beamten ausgeführt werden, etwa im Bereich der inneren Sicherheit.
Beamtenpensionen, speziell bei Politikern, sind auf die Jahre der Beschäftigung zu
beschränken und sollten durch sofortige Zuzahlung zum Gehalt erfolgen. Eine Übertragung
von Pensionen auf Ehepartner als Witwenrente ist abzulehnen.
3. Wirtschaft
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a) Unser Steuersystem muss grundlegend vereinfacht werden.
Die Einkommensteuerlast sollte zum Beispiel nach einem Stufentarif mit drei Steuerstufen
geregelt werden. Ausnahmetatbestände sollten weitestgehend entfallen. Nach diesem
Konzept würde die Steuererklärung für den Steuerzahler einfach und nachvollziehbar;
Steuerbehörden würden entlastet.
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b) Staatshilfen für Betriebe erhalten Wirtschaftsstrukturen, die sich dem Fortschritt und den
Bedürfnissen des Marktes nicht angepasst haben. Missmanagement darf nicht durch
Steuergelder belohnt werden. Staatlich subventionierte Arbeitsplätze bieten nur eine
Scheinsicherheit.
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c) Vielmehr sind Mittel in zukunftsträchtige Technologien zu investieren, wie z.B. der sicheren
und vom Ausland unabhängigen Energieversorgung, die auch die Nutzung der Kernenergie
überflüssig macht.
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d) Das jetzige Wirtschaftssystem ist darauf ausgerichtet, durch die Produktion kurzlebiger
Güter entsprechende Umsätze zu generieren. Der Staat sollte jedoch vielmehr
zukunftsorientierte Bereiche fördern und die Umsetzung von Produktverbesserungen und
Innovationen voran treiben, er sollte Motor des Fortschritts werden, den Wandel begleiten und
ihn nicht hemmen. Nur so entstehen Arbeitsplätze mit Zukunft.
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e) Forderungen nach einem Grundeinkommen und Mindestlöhnen sind vor dem Hintergrund
der Wirtschaftskrise besonders aktuell. Allerdings sind sie kein Weg aus dem wirtschaftlichen
Tief.
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f) Wirtschaftlicher Aufschwung, verbunden mit einem höheren Lohnniveau, kann nur dann
wieder einsetzen, wenn Betriebe zu Investitionen und Verbraucher zu Konsum bereit sind.
Hierzu fehlt die Bereitschaft, weil das Vertrauen in die Konzepte der bisherigen Politik nicht
mehr vorhanden ist. Solange Bürger Zukunftsangst haben, werden finanzielle Mittel als
Sicherheit zurückgehalten. Das Sparvermögen in der Bundesrepublik war mit einer Sparquote
von über 10% noch nie so hoch wie heute.
Erst wenn die Bürger wieder Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der Politik haben, beteiligen sie
sich wieder am Wirtschaftskreislauf.
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g) Außerdem kann auch die Rücknahme der Mehrwertsteuererhöhung zu mehr Konsum
anregen und den damit verbundenen Steuerausfall durch höhere Nachfrage nach Gütern mehr
als ausgleichen.
4. Gesundheit und Soziales
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a) Das jetzige Gesundheitssystem ist nicht mehr reformierbar; es ist vielmehr reformresistent.
Dieser Zustand führt zu massiven unsozialen Verwerfungen. Das soziale Gleichgewicht ist
nicht mehr gegeben.
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b) Darüber hinaus ist es nicht mehr finanzierbar und intransparent. Insbesondere durch
versicherungsfremde Leistungen ist das System in einer unsozialen Art und Weise Schritt für
Schritt belastet worden. Insgesamt haben 38 "große" und ca. 400 kleine "Reformen" nur zu
einer Verschlechterung der Patientenversorgung geführt, ein Ende ist in diesem verkrusteten
System nicht abzusehen; eine Zwei-Klasen-Medizin hat sich etabliert.
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c) Lösungsvorschlag: Die jetzt bestehenden "gesetzlichen Krankenkassen" ( GKV ) und
jetzigen "privaten Krankenversicherungen" ( PKV ) müssen zusammengeführt werden, das
heißt: die willkürliche Trennung muss beseitigt werden. Jede Krankenversicherung hat die
gleichen Startbedingungen, sie müssen einen Tarif anbieten, der eine moderne, menschliche
und ethisch verantwortbare Medizin anbietet.
Jeder Bürger, der diese Versicherung abschließen muss, kann seine Versicherung frei wählen,
die Versicherungen sind im Gegenzug zum Vertragsabschluss gezwungen
(Kontrahierungszwang). Es findet keine Risikoüberprüfung statt, Risikobeiträge dürfen nicht
erhoben werden. Der Versicherungsumfang spiegelt den aktuellen Stand der medizinischen
Wissenschaft wieder und wird gesetzlich geregelt. Dazu muss ein "Ethikrat" eingesetzt
werden, dem auch erstmals Patientenvertreter angehören. Die Beiträge für diese
Krankenversicherung werden einkommensabhängig gestaffelt; das Existenzminimum bleibt für
den Versicherten beitragsfrei, dessen Beiträge muss der Sozialstaat übernehmen.
Nachdem alle Bundesbürger diese Versicherung abschließen müssen, entfallen auch die
unsoziale Beitragsbemessungsgrenze sowie die unsoziale Versicherungs-pflichtgrenze. Jeder
Patient erhält grundsätzlich eine Rechnung vom Arzt. Natürlich ist es möglich, dies an seine
Krankenversicherung abzutreten. Eine finanzielle Vorleistung des Patienten ist nicht
vorgesehen, da die Versicherung den Betrag direkt an den Arzt bezahlt oder der Patient direkt
mit dem Arzt abrechnet.
Die unsoziale Praxisgebühr entfällt; der unsoziale Gesundheitsfonds wird ersatzlos gestrichen,
er ist im neuen System einfach nicht mehr notwendig. Die Bürokratie wird entscheidend
vermindert, es findet ein drastischer Bürokratieabbau statt.
Es ist auch notwendig, eine neue transparente und verständliche ärztliche Gebührenordnung
zu schaffen.
Die neue Krankenversicherung lehnt eine "Amerikanisierung" mit Gewinnmaximierung ab.
Fachfremde Investoren oder "Heuschrecken" haben in unserem sozialen System nichts zu
suchen.
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d) Renten sind keine Almosen, die der Staat gewährt, sondern sie sind vielmehr das über
Jahre hinweg angesparte Vermögen der arbeitenden Bevölkerung. Deshalb muss dieses Geld
auch wieder an die ehemals arbeitenden Menschen vollständig zurückfließen.
Für die Sozialfälle muss der Sozialstaat aufkommen.
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e) Grundsatz muss auch sein, dass derjenige, der ein Leben lang gearbeitet hat, später im
Rentenalter mehr bekommt als derjenige, der eben nicht so lange gearbeitet hat, weniger
einbezahlt hat oder weniger lang arbeiten konnte.
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f) Die negative demografische Entwicklung in unserer Gesellschaft muss durch direkte
steuerliche Vorteile berücksichtigt und ausgeglichen werden, etwa bei der Besteuerung der
Vorsorgeaufwendungen oder durch eine bessere steuerliche Berücksichtigung von Kindern.
Die nachgelagerte Besteuerung, wie sie die jetzige Bundesregierung beschlossen und dazu
ein entsprechendes Gesetz erlassen hat, ist falsch und löst das Problem nicht.
V. Schlussbemerkung
Diese Forderungen sind noch nicht umfassend für alle Politikfelder. Sie sind ein Entwurf, der uns -
aufbauend auf den Grundgedanken - wieder in die Verantwortung nimmt.
Wir wollen als Freie Union nicht nur auf Probleme und kritische Situationen hinweisen, sondern auf
Lösungen. Der Dialog ist Bereicherung, der Meinungsaustausch der Weg zum Guten. Wir müssen uns
nur für das Gute entscheiden.
Die Freie Union lädt alle Bürger ein, ihren Beitrag zu leisten. Unsere Gesellschaft soll die Werte leben,
die jedem von uns gegeben sind.
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Beschreibung |
Datum |
| Hauptkategorie: Artikel der Freien Union |
| Wir über uns |
Was will die FREIE UNION eigentlich, brauchen wir denn wirklich irgend so eine weitere Partei |
31.03.2010 |
| Mittelstandspapier |
Die Situation der in Deutschland angesiedelten Kleinst-, Klein- und Mittelstandsbetriebe
ist regional bedingt sehr unterschiedlich. |
18.05.2010 |
| Rücktritt der Gabriele Pauli |
Liebe Mitglieder der Freien Union,
viele von uns sind in die Freie Union eingetreten, weil sie verstehen, dass politische Krisen und Manipulationen nicht durch oberflächliche Maßnahmen beseitigt werden können. |
27.05.2010 |
| Hier geht es zu den Landesverbänden |
Möchtest Du Informationen aus Deinem Bundesland haben, so klicke darauf. Es wird sich ein weiteres Fenster öffnen und Du bist auf den Landesseiten der freien Union. |
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